Die Begriffe Green IT und Green Logistics sind in aller Munde. Aber ist Green wirklich Green?
Über diese Frage stolperten wir im Zuge eines Kundenprojektes, in dem die in die Jahre gekommene Technik eines Hochregallagers inkl. der Regalbediengeräte wieder auf Vordermann gebracht werden sollte. Natürlich stand dabei auch ein Austausch von allen vorhandenen Verschleißteilen an, wozu auch die Motoren der Regalbediengeräte zählten. Schnell kam man überein, besonderes Augenmerk auch auf energieeinsparende Maßnahmen zu richten.
Die Diskussion über die verschiedenen Möglichkeiten mit diversen Fördertechnikherstellern brachte dabei Interessantes zu Tage:
Wer hätte schon gedacht, dass Dinge, an die man sofort denkt, wie Energierückspeiseeinheiten oder Energiesparmotoren, eigentlich nicht in Frage kommen.
Bei Energierückspeiseeinheiten ist die Technik mittlerweile zwar ausgereift, aber technischer und wirtschaftlicher Aufwand stehen in keiner Relation zum Einsparpotential. Damit entfällt ihr Einsatz aus Wirtschaflichkeitsüberlegungen.
Bei Energiesparmotoren ist das Ganze sogar noch schlimmer. Aufgrund ihrer Bauweise (Verbesserung der Leitfähigkeit durch anderes, schwereres Material oder durch vergrößerten Querschnitt des Rotors) führen Optimierungen nur im Vollastbereich zu Vorteilen gegenüber den herkömmlichen Motoren. Bei einem Einsatz in einem RBG wird im Teillastbereich durch das ständige Beschleunigen und Verzögern der höheren Masse der beweglichen Teile sogar noch mehr Energie verbraucht. Somit verbietet sich ihr Einsatz quasi von selbst.
Letzten Endes wurde als einzige Maßnahme in diesem Bereich der Energietransfer durch eine intelligente Ansteuerung eingebaut.
Hierbei erfolgt die Ansteuerung der Achsen (Fahr- und Hubwerk) unter Berücksichtigung einer Energiekopplung. Über eine Zusatzbaugruppe im Regler werden die Zwischenkreise der Regler derart gekoppelt, dass im System freiwerdende Energie von der zweiten Achse genutzt werden kann. Bei der Optimierung der Fahrdiagramme werden die einzelnen Achsen so zueinander verschoben, dass die eine Achse ihre generatorische Energie der anderen Achse zukommen lässt.
Wer hätte das gedacht?
Monday, 2. March 2009
Braucht die Logistik RFID?
Vielleicht finden Sie diese Frage zu provokativ?
Aber betrachten wir das Thema doch einmal realistisch: Die Euphorie, die vor Jahren aufkam, ist weitestgehend verpufft. Viele Logistiker bekommen bei dem Thema immer noch leuchtende Augen, aber mit welcher Rechtfertigung eigentlich?
In der RFID-Umfrage 2006 des FTK äußerten 64 % der Befragten die Meinung, dass sich das Tagging in höchstens drei Jahren bei der Mehrzahl der Paletten durchgesetzt hätte. Davon sind wir aber wohl weit entfernt.
An der einen oder anderen Stelle kommen schlagzeilenträchtige Nachrichten daher, wie die von Metro, Karstadt & Co. Aber was bedeutet das schon für den Gesamtmarkt?
Genau genommen nutzen die meisten Anwendungen die RFID-Tags nur als „bessere Barcodes“, d. h. die gelesene Information beschränkt sich auf eine Identifikationsnummer, die Zuordnung zur „eigentlichen Information“ geschieht über eine Datenbank.
Der Vorteil gegenüber dem Barcode wird hierdurch auf eine einfachere Lesbarkeit des RFID-Tags reduziert, was es dem Tag deutlich schwieriger macht, seine immer noch um Größenordnungen höheren Kosten zu kompensieren.
Würde man die Möglichkeit nutzen, mit der Wiederbeschreibbarkeit der RFID-Tags tatsächlich echte Informationen mitzugeben, hätte man gegenüber dem Barcode einen weiteren Vorteil. Aber bei welchen Anwendungen in der Logistik braucht man das schon? Oftmals ist heutzutage ohnehin eine so gute Netzanbindung gegeben, dass die Notwendigkeit, Informationen mit der Ware zu transportieren, gar nicht gegeben ist. Und einfache Informationen lassen sich via EAN128 auch über Barcodes transportieren, die man kurzerhand mal neu druckt, was auf Grund des geringen Preises für viele Anwendungen problemlos machbar ist.
Der hohe Preis fällt weniger ins Gewicht, wenn das Tag wiederverwendet werden kann. Dafür ist ein geschlossener Kreislauf erforderlich (oder eine so große Vereinheitlichung, dass quasi beliebige Tags nutzbar sind, wovon wir noch weiter entfernt sind). Was die möglichen Nutzungsszenarien wiederum einschränkt.
Bleibt als Argument die einfachere Lesbarkeit und größere Robustheit.
Bei vielen Anwendungen ist „einfachere Lesbarkeit“ jedoch ein relativer Begriff. Die Tags im Niederfrequenzbereich scheiden hier oftmals wegen der zu geringen Reichweite aus. Oft ist es auch so, dass die getaggten Materialien die Funkinformationen behindern.
Mein Fazit: RFID hat sicher viele interessante Anwendungsgebiete. In der Logistik ist diese Technik aber heute noch an vielen Stellen nur bedingt sinnvoll.
Aber betrachten wir das Thema doch einmal realistisch: Die Euphorie, die vor Jahren aufkam, ist weitestgehend verpufft. Viele Logistiker bekommen bei dem Thema immer noch leuchtende Augen, aber mit welcher Rechtfertigung eigentlich?
In der RFID-Umfrage 2006 des FTK äußerten 64 % der Befragten die Meinung, dass sich das Tagging in höchstens drei Jahren bei der Mehrzahl der Paletten durchgesetzt hätte. Davon sind wir aber wohl weit entfernt.
An der einen oder anderen Stelle kommen schlagzeilenträchtige Nachrichten daher, wie die von Metro, Karstadt & Co. Aber was bedeutet das schon für den Gesamtmarkt?
Genau genommen nutzen die meisten Anwendungen die RFID-Tags nur als „bessere Barcodes“, d. h. die gelesene Information beschränkt sich auf eine Identifikationsnummer, die Zuordnung zur „eigentlichen Information“ geschieht über eine Datenbank.
Der Vorteil gegenüber dem Barcode wird hierdurch auf eine einfachere Lesbarkeit des RFID-Tags reduziert, was es dem Tag deutlich schwieriger macht, seine immer noch um Größenordnungen höheren Kosten zu kompensieren.
Würde man die Möglichkeit nutzen, mit der Wiederbeschreibbarkeit der RFID-Tags tatsächlich echte Informationen mitzugeben, hätte man gegenüber dem Barcode einen weiteren Vorteil. Aber bei welchen Anwendungen in der Logistik braucht man das schon? Oftmals ist heutzutage ohnehin eine so gute Netzanbindung gegeben, dass die Notwendigkeit, Informationen mit der Ware zu transportieren, gar nicht gegeben ist. Und einfache Informationen lassen sich via EAN128 auch über Barcodes transportieren, die man kurzerhand mal neu druckt, was auf Grund des geringen Preises für viele Anwendungen problemlos machbar ist.
Der hohe Preis fällt weniger ins Gewicht, wenn das Tag wiederverwendet werden kann. Dafür ist ein geschlossener Kreislauf erforderlich (oder eine so große Vereinheitlichung, dass quasi beliebige Tags nutzbar sind, wovon wir noch weiter entfernt sind). Was die möglichen Nutzungsszenarien wiederum einschränkt.
Bleibt als Argument die einfachere Lesbarkeit und größere Robustheit.
Bei vielen Anwendungen ist „einfachere Lesbarkeit“ jedoch ein relativer Begriff. Die Tags im Niederfrequenzbereich scheiden hier oftmals wegen der zu geringen Reichweite aus. Oft ist es auch so, dass die getaggten Materialien die Funkinformationen behindern.
Mein Fazit: RFID hat sicher viele interessante Anwendungsgebiete. In der Logistik ist diese Technik aber heute noch an vielen Stellen nur bedingt sinnvoll.
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